Warum "Entspann Dich"?

Nachdem ich einige Zeit als Sprachfachkraft im Bundesprogramm "Sprach-Kitas" in der sächsischen Kita-Landschaft gearbeitet habe, fiel mir auf, wie ausgebrannt die Berufsgruppe der Erzieher*innen ist. Der Erzieherberuf kann ein ganz wunderbarer Beruf sein. Jedoch müssen die Voraussetzungen sowohl im Innen als im Außen dafür stimmen.
Diese Seiten sollen zeigen, wie das Erlernen einer Entspannungstechnik die Berufsgruppe der Erzieher stärken und somit zu einer resilienteren Kita-Landschaft beitragen kann.


„Wer Frieden in der Seele hat, beunruhigt weder sich selbst noch einen anderen.“ – Epikur von Samos


Entspannungsverfahren

Um nicht unter den Folgen von Dauerstress zu leiden, ist es sinnvoll, präventive Techniken zu erlernen, die pädagogischen Fachkräften ein anderes Maß an Selbstermächtigung geben. Stressresistenz, ja sogar Stressresilienz, die eine nachhaltige Arbeitsweise ermöglicht, ist das Ziel jener Entspannungsverfahren.
Zum klinischen Standardrepertoire gehören sechs Methoden, die zur Zeit am besten erforscht sind: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung (und der daraus entwickelte Einsatz in der Systematischen Desensibilisierung), Meditation, Hypnose, Imaginative Verfahren, Biofeedback.
Drei der sechs genannten Methoden möchte ich hier vorstellen. Sowohl Autogenes Training als auch Progressive Muskelrelaxation werden seit vielen Jahren von den Krankenkassen als Entspannungsverfahren anerkannt und finanziert. Ein weiteres Verfahren, das sich verstärkt mit Achtsamkeitsmeditation beschäftigt, ist das von den Krankenkassen bezuschusste “Mindfullness based Stressreduction” (kurz MBSR). 


Autogenes Training

 

Autogenes Training (AT) ist eines der am meisten verwendeten und erforschten Entspannungsverfahren in Europa. AT bedeutet aus dem „Selbst” entstehendes „Üben”. In einem 8-10 wöchigem Kurs werden Formeln zur Schwere, Wärme und zur Atmung angewendet. In der Regel gibt es einen Kursleiter, der etwa einmal pro Woche einen 1,5-3 stündigen Kurs anleitet. Danach ist es erforderlich, zuhause weiter zu üben, um einen entsprechenden Effekt zu haben.




Progressive Muskelrelaxation (PMR)


Muskeln anspannen und entspannen, das ist die Grundlage der Progressiven Muskelrelaxation (PMR).

Dabei werden Formeln zur gezielten Anspannung und Entspannung in einem 8 bis 10-wöchigem Kurs erlernt und angewendet. Es gibt einen Kursleiter, der etwa einmal pro Woche einen Kurs anleitet. Die Teilnehmer sitzen auf Stühlen oder liegen vorzugsweise auf Matten am Boden. Danach werden alle einzelnen Körperregionen, Hände, Arme, Schultern, Nacken, Rücken, Bauch etc.  angesprochen und die Spannung der Muskelgruppen für etwa 5-7 Sekunden gehalten, danach locker gelassen. 


Mindfulness-Based Stressreduction (MBSR)

Meditationen sind weit weniger konkret als die Progressive Muskelrelaxation. Sie verlangen von vorneherein eine Konzentration auf das eigene geistige Erleben. Die Aufmerksamkeit soll im Jetzt, in der Gegenwart verankert werden. Das Verfahren der Mindfulness-Based Stressreduction (MBSR) ist eine weit verbreitete Meditations-Methode mit wachsendem Zulauf. MBSR ist ein wissenschaftlich untersuchtes Achtsamkeitstraining und wird mittlerweile weltweit angeboten. 
In einem 8-10 wöchigem Kurs werden Achtsamkeitsübungen wie der Body Scan oder Übungen aus der Yoga-Lehre angewendet. Es gibt einen Kursleiter, der einmal pro Woche einen etwa 2 - 3 stündigen Kurs anleitet.


„Gib Dir selbst die Erlaubnis innezuhalten. Es liegt Heilung und Schönheit in der Pause.“ – Michelle Maros